Beim Strapless Air Gybe carvst du hart nach Luv, poppst das Board in die Luft, greifst es, schwingst es herum und fährst in die Gegenrichtung wieder los.
Auch bekannt als: air gybe · strapless jibe · jump transition
Voraussetzungen
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Im Baum baut noch nichts darauf auf — der Trick steht für sich.
Schulen lehren das unterschiedlich
Unsere Quellen bringen unter diesem Namen zwei wirklich verschiedene Moves bei. Der Strapless Air Gybe von IKSURFMAG ist ein kompromissloser Pop: Tail hart stampfen, die Kante da greifen, wo der vordere Fuß stand, und das Board körperlich quer vor dem Körper durchziehen, um es zu drehen, bevor du dich wieder drauffallen lässt; Speed steht dort als Voraussetzung. Kari Schibevaags Advanced Jibe auf KiteSista dreht das Board mit dem vorderen Fuß statt mit der Hand: Du kickst das Board hinter dir herum, während der Kite oben im Windfenster ankommt. Sie beschreibt das als „keine Rotation, sondern nur ein Drehen von Kopf und Hüfte und ein kurzes Lösen der Füße vom Board“, auszuführen „schnell, aber ohne Speed und ruhig, es ist keine gewaltsame Bewegung“. IKSURFMAG selbst hat außerdem eine No-Grab-Version, bei der du in der Luft die Füße wechselst, statt das Board mit der Hand zu drehen; laut Text braucht sie keinen ordentlichen Pop und keinen hohen Speed. Entscheide dich für eine Methode und bleib dabei, denn die beiden verlangen beim Absprung genau das Gegenteil voneinander.
Ideale Bedingungen
Keine unserer Quellen nennt einen Windbereich. IKSURFMAG hat die Grab-Variante fürs Video mit einem 11er bei sehr wenig Wind und für die Fotos mit einem 9er bei rund 18 Knoten aufgenommen, überpowert musst du also nicht sein. Die Grab-Variante will ordentlich Speed, weil du ohne Speed nicht poppst und nicht in der Luft bist, bevor der Kite zieht; die No-Grab-Variante will nur so viel Speed, dass du gut in Fahrt, aber locker unter Kontrolle bist. Bei Kabbelwasser hilft es, eine kleine Rampe anzupeilen. Fahr nur, wenn niemand vor oder hinter dir ist. Der Handbook-Eintrag zum Air Gybe schreibt, dass Air Gybes bei mehr Wind leichter gehen, weil mehr Druck das Abheben erleichtert, mit der Einschränkung: je schneller du reinfährst, desto stärker pendelst du unter dem Kite.
So geht's
1. Carven und Druck aufbauen
- Fahr mit ordentlich Speed an, den Kite auf etwa 11 Uhr. Ohne Speed kannst du nicht poppen, und du musst in der Luft sein, bevor der Kite zieht.
- Stell den vorderen Fuß nach vorn zeigend auf die innere Kante, den hinteren Fuß quer über die Mittellinie kurz vorm Tail.
- Geh mit dem Hintern runter, bring das Gewicht auf die Fersen und carve das Board hart auf die Kante — dreh komplett in den Wind.
- Steuer den Kite mit der hinteren Hand mitten an der Bar zurück Richtung 12 Uhr.
- Lass die Bar ein kleines Stück raus, gerade so viel, dass du noch ein Stück weiter in den Wind carvst, und streck die vordere Hand nach vorn, damit Kopf und Schultern Richtung Nose kippen.
2. Früh poppen
- Geh genau in dem Moment, in dem du merkst, dass der Kite anfängt zu heben. Je früher du poppst, desto besser — früh poppen hält den Vorwärtsschwung, den du zum Drehen des Boards brauchst.
- Stampf hart auf den hinteren Fuß, bis das Bein komplett gestreckt ist und das Tail ins Wasser gedrückt wird.
- Zieh im selben Takt das vordere Bein hoch und beug das Knie, wie bei einer Wippe, damit die Nose des Boards steigt.
- Zieh die Bar an, wenn du vom Wasser abhebst, das gibt dir Lift.
- Spring mit den eigenen Beinen vom Board ab, warte nicht darauf, dass der Kite dich hochzieht, und schau unterwegs auf das Deck, damit du weißt, wo dein Fuß hinmuss.
3. Greifen und rumschwingen
- Greif die Kante ungefähr da, wo dein vorderer Fuß war, also ziemlich mittig zwischen Nose und Tail.
- Nimm den hinteren Fuß vom Board, damit das Tail wie ein Korken hochschnellt.
- Zieh beide Knie hoch, genau wie bei einem Grab auf dem Twintip.
- Halt das Board auf Armlänge weg, aber oben. In dieser Sitzhaltung liegt das Board an deinen Füßen an und kann dir nicht wegfliegen.
- Halt den Kite bei etwa 12 Uhr und häng mit Zug auf den Leinen darunter.
- Die Versuchung ist groß, das Board loszulassen. Tust du das, sucht es sich seinen eigenen Weg. Zieh Arm und Board quer vor deinem Körper durch, damit das Board vor dir herumkommt, und schau weiter in die Richtung, in die du gefahren bist.
4. Fuß drauf, dann fallen lassen
- Ziel mit deinem neuen vorderen Fuß auf das Pad auf der Luv-Seite des Boards, genau dahin, wo er zum Wegfahren hingehört.
- Lass das Board erst los, wenn dieser Fuß das Pad berührt und du schon am Sinken bist.
- Drück das Board mit gestreckten Beinen unter dich, damit deine Füße bis ins Wasser Kontakt halten.
- Lass dein Gewicht auf die Luv-Kante fallen, damit das Board mit dir mitrutscht.
- Zieh den Kite mit der neuen vorderen Hand nach unten, damit er dich aus dem Move rauszieht. Bei ganz wenig Wind zieh weiter durch und loop ihn, damit du nicht absäufst.
Typische Fehler und ihre Korrektur
Fehler
Du bist in der Luft, aber das Board ist außer Reichweite und der Grab passiert nie.
Korrektur
Du lehnst dich beim Absprung zu weit zurück. Bring Kopf, Schultern und die gestreckte vordere Hand Richtung Nose, bevor du stampfst, und zieh das vordere Knie hoch, damit das Board zu deiner Hand hochkommt.
Fehler
Das Board wird dir weggeblasen oder in der Luft aus den Händen gerissen.
Korrektur
Entweder hast du vor dem Pop nicht weit genug in den Wind gedreht, oder du hast den Kite zu weit hinter dich laufen lassen. Dreh komplett in den Wind und lass den Kite vor dem Absprung nicht über 12 Uhr hinaus: entweder bremst du das Driften, oder du poppst früher.
Fehler
Du landest zu weit vorn auf dem Board oder direkt auf der Nose.
Korrektur
Du hast zu weit vorn gegriffen, dadurch dreht das Board auch schlecht. Setz den Grab weiter nach hinten Richtung Mitte und halt länger fest, damit du das Board erst im letzten Moment fallen lässt.
Fehler
Dein Fuß landet auf dem Board, und es dreht sich mit den Finnen nach oben weg oder wird dir darunter weggeblasen.
Korrektur
Setz den Fuß auf die Mittellinie des Boards, genau dahin, wo er sonst auch steht. Zu weit hinten kippt das Board darüber weg, zu weit vorn bläst es darunter durch.
Fehler
Du kommst zwar wieder aufs Board, fällst nach der Landung aber trotzdem rein.
Korrektur
Der Kite ist zu weit durchs Windfenster gewandert. Zieh die Bar wieder gerade, sobald er zu driften anfängt, oder gib ihm einen ordentlichen Dive nach unten.
Wenn es schiefgeht
- Lern den Move in Etappen und setz dir Ziele, die du auch erreichst. Fang damit an, hart in den Wind zu drehen und das Board hochzupoppen, um ein Gefühl dafür zu kriegen, wie es dir entgegenfliegt. Dann probier, es zu fangen und zu floaten. Und erst danach drehst du es und lässt es unter deine Füße fallen.
- Üb nur da, wo niemand vor oder hinter dir ist, bevor du anfängst, das Board loszulassen.
- Bei viel Wind fliegt dir ein leichtes Board direkt wieder entgegen, sobald es aus den Händen ist. Rechne damit, dass es auf dich zukommt.
Lern das mit einem Coach, nicht von einer Seite
Dieser Guide erklärt, was der Move ist und woran Rider scheitern, damit du mit einem klaren Plan an den Spot kommst. Er kann deinen Kite nicht beobachten, die kommende Böe nicht lesen und dich nicht davon abhalten, etwas zu ziehen, für das du noch nicht bereit bist — ein Coach oder Instructor kann das.
Zertifizierte Schule findenBildungsreferenz, keine Ausbildung. Kitesurfen ist ein Risikosport: Die Schritte hier geben wieder, was benannte Schulen, Instructor und Technik-Bibliotheken lehren, und die Seite listet genau diese Quellen — echte Bedingungen bringen aber Wind, Böen, Wasserzustand, Verkehr und Materialverhalten mit, die kein geschriebener Guide abbildet. Schulen lehren zudem berechtigte Varianten; wo unsere Quellen sich widersprechen, sagt die Seite das, statt eine Version zu wählen. Schätz deine eigene Bereitschaft ein, nutz die Sicherheitssysteme an deinem Kite und zieh keinen Move, nur weil eine Seite ihn machbar klingen lässt. KitesurfingOfficial übernimmt keine Haftung für die Nutzung dieser Informationen auf dem Wasser.
Fragen aus der Praxis
Wie viel Wind brauche ich für einen Strapless Air Gybe?+
Keine Quelle nennt einen Windbereich. In den Shoot-Angaben von IKSURFMAG steht ein 11er bei sehr wenig Wind fürs Video und ein 9er bei rund 18 Knoten für die Fotostrecke, der Move ist also keine reine Starkwindnummer. Was die Grab-Variante braucht, ist ordentlich Speed, denn ohne Speed poppst du nicht und bist nicht in der Luft, bevor der Kite zieht. Die No-Grab-Variante setzt die Latte tiefer: Nach ihrer eigenen Beschreibung musst du keine anständigen Airs poppen und nicht mit Karacho und einem LKW voll Druck unterwegs sein.
Was sollte ich schon können, bevor ich das probiere?+
IKSURFMAG nennt als Pflicht einen sauberen Air Gybe auf dem Twintip, weil genau das auf dem Surfboard passiert. Mit Grab der vorderen Hand und ohne späten Kiteloop ist laut ihnen ideal, aber ausdrücklich nicht zwingend. Vor dem kompletten Move übst du am besten das Poppen während der Fahrt und greifst dabei nach vorn an deine Heelside-Kante zwischen vorderem Fuß und Nose, bis Pop und Grab von allein sitzen.
Wo genau greife ich das Board?+
Ungefähr da, wo dein vorderer Fuß stand, also ziemlich mittig zwischen Nose und Tail. Greifst du zu weit vorn, dreht das Board schlecht und du landest wahrscheinlich auf der Nose. Greifst du zu weit hinten, kriegst du es gegen den Wind nicht kontrolliert.
Wo steht der Kite während des Moves?+
Start bei etwa 11 Uhr, steuer ihn beim Carven mit der hinteren Hand mitten an der Bar zurück Richtung 12 Uhr und halt ihn in der Luft bei etwa 12 Uhr, damit er dich trägt und du darunter hängen kannst. Lass ihn vor dem Absprung nicht über 12 Uhr hinauswandern, sonst zieht es dich vom Board weg nach hinten. Bei der Landung ziehst du ihn mit der neuen vorderen Hand nach unten, und bei ganz wenig Wind hältst du den Zug und loopst ihn, damit du nicht absäufst.
Muss ich das Board greifen?+
Nein. IKSURFMAG hat auch einen No-Grab Air Gybe: poppen, die Füße wechseln wie bei einer normalen Halse, den neuen vorderen Fuß auf die Mittellinie setzen und dann, mit beiden Füßen am Board und noch leicht in Vorwärtsbewegung, das Tail herumdrücken. Dafür brauchst du keinen ordentlichen Pop und auch nicht viel Speed, was ihn zu einem vernünftigen Einstieg macht, wenn dir bei der Grab-Variante das Board immer wieder aus den Händen fliegt.
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Quellen
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