Beim Backside Wave Riding fährst du die Welle mit dem Rücken zur Wand ab, hältst im Bottom Turn die Heelside-Kante und drückst mit dem Hinterfuß in die Lip.
Auch bekannt als: backside riding · backside bottom turn · backhand top turn
Voraussetzungen
Schaltet frei
Im Baum baut noch nichts darauf auf — der Trick steht für sich.
Schulen lehren das unterschiedlich
Unsere Quellen widersprechen sich an zwei Stellen. KiteKahunas unterrichtet Backside-Riding als den einfachsten Weg auf die Welle und schreibt, es sei selbst bei großen Wellen leicht zu fahren; IKSURFMAG nennt Backside Wave Riding technisch und schwer sauber hinzubekommen. Beim Thema Aushaken fährt Ben Wilson den Backhand Turn ohne Straps und ausgehakt, hakt aber erst kurz vor dem Bottom Turn aus, während die Sequenz von Gustavo Foerster den Kite mit einer Hand an der Bar steuert, die andere Hand zum Balancieren neben der Bar hält und Aushaken nirgends verlangt.
Ideale Bedingungen
Ben Wilson nennt sideshore bis side-onshore ideal, weil der Kite dann von selbst die Linie entlang driftet. Bei reinem Onshore laufen Wind und Wellen beide auf den Strand zu, du fährst also downwind mit dem Rücken zur Welle, damit automatisch backside, und das gilt als die undankbarste Art des Wellenreitens: die Bewegung der Welle zieht vom scheinbaren Wind ab, und die Wellen sind oft unsortiert und von windgetriebenem Chop zerhackt. Bei Sideshore hilft dir Backside-Riding, steiler Höhe zu laufen als du normalerweise fahren kannst, weil dich die Welle mitschiebt. Halte den Kite unter 45 Grad, sonst hebt er dich vom Board. Keine unserer Quellen nennt einen Windbereich in Knoten.
So geht's
1. Setup und Welle nehmen
- Such dir deine Welle und stell den Kite tief, auf etwa 45 Grad, also ungefähr dorthin, wo er auch beim normalen Rausfahren steht. Lies die Welle und schau, wo sie brechen wird, während du eine gleichmäßige Geschwindigkeit findest.
- Halte den Kite beim Fahren unter 45 Grad. Darüber hebt er dich vom Board.
- Bleib bis zur letzten Sekunde eingehakt. Ben Wilson hakt erst aus, wenn er Geschwindigkeit, Position auf der Welle und Kiteposition komplett unter Kontrolle hat.
- Dreh den Kite vor dem Board und halte ihn in Bewegung, damit er zurück Richtung Strand fliegt. Lass ihn nicht über dir stehen.
2. Den Backside Bottom Turn ziehen
- Steuere den Kite hoch, bevor du die Welle hochfährst. Ben Wilson macht das kurz bevor er für den Bottom Turn aushakt.
- Geh mit dem Schwerpunkt noch tiefer, damit du im Bottom Turn stabil bleibst.
- Leg dich so weit über die Heelside-Kante, dass dein Hintern fast das Wasser berührt.
- Halte diese Heelside-Kante so lange wie möglich, im Grunde bis etwa drei Viertel der Wellenhöhe.
- Nimm den Arm ins Wasser. Er gibt dir einen Referenzpunkt, um dich wirklich weit reinzulegen.
- Zieh mit der Barhand, um den Kite auf 45 Grad über deinen Kopf zu schicken, auf die Seite entgegen deiner Fahrtrichtung, und dreh ihn dann mit der anderen Hand wieder so, dass er in deine Fahrtrichtung läuft.
3. Die Lip treffen
- Gib mehr Druck auf den hinteren Fuß, während du zur Lip hochkommst.
- Kopf runter, damit du das Board steiler stellen kannst.
- Depowere den Kite genau in dem Moment, in dem du die Lip triffst, und lass die freie Hand neben der Bar, um deinen Körper zu kontrollieren.
- Auf etwa drei Vierteln der Höhe wirfst du dein ganzes Gewicht von der Heelside auf die Toeside und stemmst dich richtig vom hinteren Fuß ab.
4. Runterkommen und den nächsten Turn anhängen
- Steuere den Kite wieder runter, bevor du die Wellenwand hinunterfährst.
- Sobald das Board zurückkommt, ziehst du mit der Barhand, damit du die Power des Kites wieder hast.
- Bleib mit dem Fokus auf dem vorderen Fuß, während die Lip dich zurück nach unten schickt.
- Zieh die Bar an und nimm die Energie aus dem Turn mit, um die Welle gleich noch mal anzugehen.
Typische Fehler und ihre Korrektur
Fehler
Zu früh aushaken, bevor du die Welle wirklich unter Kontrolle hast.
Korrektur
Bleib bis zur letzten Sekunde eingehakt. Ben Wilsons Regel: Er hakt erst aus, wenn Geschwindigkeit, Position auf der Welle und Kiteposition komplett sitzen.
Fehler
Den Kite zu spät wieder runtersteuern: Das Timing stimmt nicht, du bleibst oben in der Welle hängen und verlierst den Speed die Linie entlang.
Korrektur
Steuere den Kite runter, bevor du die Wand hinunterfährst, nicht danach.
Fehler
Den Kite zu hoch parken, sodass er dich vom Board hebt.
Korrektur
Halte den Kite beim Fahren unter 45 Grad.
Fehler
Den Kite über dir stehen lassen, statt ihn zu arbeiten: Er bremst dann den Speed aus, den Board und Körper schon haben.
Korrektur
Flieg ihn in den gepowerten Carves aggressiver und halte ihn in Bewegung, damit er dem Vorwärtsdrang von Board und Körper nicht entgegenwirkt.
Wenn es schiefgeht
- Liegt der Kite in den Wellen, zieh das Safety und trenn dich vom Kite.
- Wenn du ins Weißwasser fährst, zieh die Knie an, um den Schlag zu schlucken, und verlagere etwas Gewicht nach hinten, damit die Nose darüber steigt.
- Beim Rausfahren durch die Brandung hältst du den Kite tief über den Wellen. So zieht er dich raus und durch, wenn du im Weißwasser hängen bleibst.
- Halte den Kite unter 45 Grad, damit er dich nicht vom Board hebt.
Lern das mit einem Coach, nicht von einer Seite
Dieser Guide erklärt, was der Move ist und woran Rider scheitern, damit du mit einem klaren Plan an den Spot kommst. Er kann deinen Kite nicht beobachten, die kommende Böe nicht lesen und dich nicht davon abhalten, etwas zu ziehen, für das du noch nicht bereit bist — ein Coach oder Instructor kann das.
Zertifizierte Schule findenBildungsreferenz, keine Ausbildung. Kitesurfen ist ein Risikosport: Die Schritte hier geben wieder, was benannte Schulen, Instructor und Technik-Bibliotheken lehren, und die Seite listet genau diese Quellen — echte Bedingungen bringen aber Wind, Böen, Wasserzustand, Verkehr und Materialverhalten mit, die kein geschriebener Guide abbildet. Schulen lehren zudem berechtigte Varianten; wo unsere Quellen sich widersprechen, sagt die Seite das, statt eine Version zu wählen. Schätz deine eigene Bereitschaft ein, nutz die Sicherheitssysteme an deinem Kite und zieh keinen Move, nur weil eine Seite ihn machbar klingen lässt. KitesurfingOfficial übernimmt keine Haftung für die Nutzung dieser Informationen auf dem Wasser.
Fragen aus der Praxis
Was heißt backside auf einer Welle eigentlich?+
Du fährst mit dem Rücken zur Welle. Bei Onshore laufen Wind und Wellen beide auf den Strand zu, du musst also downwind mit dem Rücken zur Welle fahren, und das ist automatisch backside. Frontside ist das Gegenteil: Du fährst mit dem Körper zur Welle und stützt dich in der Kurve an ihr ab. Bei Sideshore mischen Fahrer frontside und backside auf ein und derselben Welle.
Was muss ich können, bevor ich das probiere?+
Es lohnt sich, zuerst Toeside gegen den Wind sauber zu fahren, damit du in beide Richtungen kreuzen kannst, ohne die Füße auf dem Board umzustellen. Übe den Carving-Turn auf Flachwasser oder auf den glatten Passagen zwischen den Wellen, so bekommst du am besten das Gefühl fürs Carven eines Surfboards. Die vier Carving-Transitions sollten auf dem Twintip sitzen, bevor du auf ein Directional umsteigst. KiteKahunas rechnet damit, dass ein Freerider auf Intermediate-Niveau nur etwa zehn Tage Übung vom Wellenkiten entfernt ist.
Wo soll der Kite stehen?+
Tief, bei etwa 45 Grad, und beim Fahren unter 45 Grad, damit er dich nicht vom Board hebt. Der Kite dreht vor dem Board, und du hältst ihn in Bewegung, sodass er zurück Richtung Strand fliegt und nicht über dir parkt. Steuere ihn hoch, bevor du die Welle hochfährst, und wieder runter, bevor du die Wand hinunterfährst.
Eingehakt oder ausgehakt?+
Ben Wilson fährt den Backhand Turn ohne Straps und ausgehakt, bleibt aber bis zur letzten Sekunde eingehakt und hakt erst aus, wenn Geschwindigkeit, Position auf der Welle und Kiteposition sitzen. Das Aushaken passiert kurz vor dem Bottom Turn. Zu früh aushaken ist der Fehler, den er ausdrücklich nennt. Die Foerster-Sequenz lässt eine Hand an der Bar, um den Kite zu steuern, die andere zum Balancieren daneben, und spricht Aushaken mit keinem Wort an.
Ist Backside-Riding leicht oder schwer?+
Da gehen die Quellen auseinander. KiteKahunas nennt Backside-Riding den einfachsten Weg auf die Welle, leicht zu lernen und selbst bei großen Wellen leicht zu fahren. IKSURFMAG nennt Backside Wave Riding technisch und schwer sauber hinzubekommen. Ben Wilsons Seite nennt gar kein Level. Eine einzelne Schwierigkeitsangabe ist hier also eine Einschätzung und keine Zahl, die dir eine Quelle liefert.
Weiterlesen
Quellen
Jeder Schritt auf dieser Seite ist auf die Quellen unten zurückführbar. Wo sie sich widersprechen oder schweigen, sagt die Seite das, statt zu raten.
- Ben Wilson Coaching — Unstrapped, Unhooked Backhand Top Turn
- Strapless Kitesurfing: How to ride back side, bottom turn and tail slide (Gustavo Foerster)
- KiteKahunas: Wave riding kitesurfing lessons
- KiteKahunas: Wave kitesurfing lesson overview
- Peter's Kiteboarding – Kitesurfing Handbook: Wave Riding
- Progression Sports — First Steps for Riding Waves with a Kite Surfboard
- Jimbo Douglass: Onshore, offshore, sideshore, frontside, backside
- IKSURFMAG: Riding Waves - Backside, Kitesurfing Technique & Tips