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Grundlagen · Aufsteiger

Basic Jump

Beim Basic Jump schickst du den Kite aus der Fahrposition Richtung 12 Uhr und kantest hart dagegen, damit Leinenspannung zu Lift wird.

Auch bekannt als: straight air · first jump · boost

Voraussetzungen

Hilft vorher zu können

Schulen lehren das unterschiedlich

Die Schulen bringen dir das Timing bei diesem Sprung wirklich unterschiedlich bei: Ein Lager sendet den Kite auf 12 Uhr (oder knapp darüber hinaus) und zieht die Bar ran, sobald er ankommt; Big-Air-Coaching poppt früher, etwa bei 11:30 oder 12:30, solange der Kite noch vor dir steht, mit dem Argument, dass der Pop auf 12 Leinenspannung kostet. Auch bei der Bar während des Loads gehen sie auseinander: Die meisten schieben sie durch Load und Send raus, eine Schule hält die Power eng am Körper, während du gegenhältst. Fahr pro Versuch eine Variante und misch die beiden nicht.

Ideale Bedingungen

Die Lernzone von Elite Watersports: Ideal ist ein 12er-Kite mit Windbereich 15–25 Knoten bei 20–24 Knoten (ihr Beispiel für einen Fahrer mit 77 kg). Fahr nah am oberen Ende des Bereichs deines Kites, damit der Kite die Arbeit macht („nimm mehr Wind, damit du weniger tun musst“). Meide Leichtwind: Auf einem 12er bei 15 Knoten müsstest du den Kite hart senden, nur um überhaupt zu boosten, und genau dabei verletzen sich Leute. Meide auch böige oder stürmische Bedingungen und fahr nicht überpowert — es geht um Timing, Technik und Kontrolle, nicht um rohe Power. IKSURFMAG ergänzt: Wasser tief genug zum Reinfallen, freier Platz um dich herum und keine sehr großen Kites zum Sprünge-Lernen (ein 18er dreht so langsam, dass es sich fast unmöglich anfühlt, die Kante zu halten).

So geht's

  1. 1. Setup

    • Komm entspannt auf der Kante angefahren, mit vernünftigem Speed und Zug im Kite. Kante in der Anfahrt nicht extrem hart nach Luv an — das killt deinen ganzen Speed.
    • Check den Kite, bevor du dich festlegst: Er sollte nicht tiefer als auf 1 Uhr oder 11 Uhr stehen, und der Send startet je nach Fahrtrichtung etwa bei 11:15 oder 12:45. Steht er deutlich tiefer, hältst du die Kante kaum; steht er deutlich höher, zieht dich der Kite erst aus dem Wasser, wenn er schon zu weit hinter dir steht.
    • Stell sicher, dass das Wasser tief genug zum Reinfallen ist und dass du genug Platz um dich herum hast, falls du den Kite droppst oder es dich unkontrolliert nach Lee schießt.
    • Nimm die Hände auf der Bar weiter nach innen (du musst nicht direkt am Chickenloop kleben, etwa auf halbem Weg ist ideal), damit du mit einer echten Push-Pull-Bewegung steuern kannst.
  2. 2. Load und Send

    • Carve einen J-Hook nach Luv und kante hart gegen den Kite an, um Energie in den Leinen zu speichern: Je härter du kantest, desto mehr Spannung lädst du. Zieh die Bar noch nicht ran, lass sie während des Loads draußen.
    • Sende den Kite zügig hoch auf 12 Uhr und lass die Bar während des Sends draußen, damit du deinen Luv-Winkel nicht verlierst.
    • Steuer entschlossen: Zieh hart und aggressiv, damit der Kite abrupt dreht. Bist du zu sanft und lässt den Kite nur hochdriften, passiert gar nichts.
    • Während der Kite von etwa 45 Grad über dem Wasser Richtung Zenit steigt, halte die Kante den ganzen Weg nach oben.
    • Geh mit dem Hintern tief runter, um gegen den Zug zu halten: vorderes Bein fast gestreckt, hinteres Bein gebeugt, Druck über die hintere Ferse. Versuch nicht, aktiv vom Wasser abzuspringen: Halte mit voller Kraft dagegen, schau über die Schulter nach Luv und warte ab, bis der Kite gewinnt und dich hochzieht. Schau nicht zum Kite.
  3. 3. Absprung und Flug

    • Wenn der Kite den Zenit erreicht oder gerade eben überschritten hat, mach deinen harten Cut weg vom Kite und zieh die Bar ran.
    • Sobald der Kite auf 12 steht, zieh die Bar ran und halte sie dort: Das powert das Tuch an und hebt dich vom Wasser. Schieb die Bar in der Luft nicht raus, sonst verlierst du Lift und Kontrolle.
    • Zieh die Bar sofort nach dem Pop ganz ran und lass sie dort: Je länger du die Bar auf dem Weg nach oben nah am Körper hältst, desto höher fliegst du.
    • Zieh die Bar in der Luft nach unten, indem du die Hände zu den Hüften bringst (noch ein guter Grund, die Bar mittig zu greifen). Sehr wahrscheinlich wandert der Kite dadurch auch über dich, und du hast jetzt einen Fallschirm.
    • Zieh die Knie hoch zu den Händen (klein machen verhindert, dass du aus der Balance pendelst) und überleg dir, wo du landen wirst. Schau auf diese Stelle im Wasser, nicht auf den Kite.
  4. 4. Landung und Weiterfahrt

    • Kurz bevor du den höchsten Punkt des Sprungs erreichst, lenk den Kite wieder nach vorn um.
    • Schätz ab, wann du aufsetzt, und lass kurz davor die Beine unter dich fallen.
    • Richte das Board für die Landung nach Lee aus. Zeigst du mit dem Board nicht nach Lee, stehst du die Landung nicht — garantiert.
    • Dreh die vordere Hüfte nach vorn, dem Kite hinterher, und ziel darauf, zuerst mit dem Tail aufzukommen. Für Power aus der Landung heraus ziehst du den Kite mit der vorderen Hand runter: hart und genau getimt, kurz bevor du das Wasser erreichst. Ziehst du ihn nicht runter, bleibt er einfach über dir stehen und du landest auf dem Hintern.
    • Halte die Bar rangezogen, bis du aufsetzt, und federe den Aufprall mit den Knien ab, nicht mit dem Rücken. Entscheide dich voll dafür, auf den Füßen zu landen und weiterzufahren.
    • Lande mit etwas mehr Gewicht auf dem hinteren Fuß und fahr dabei leicht nach Lee.

Typische Fehler und ihre Korrektur

Fehler

Du poppst erst, wenn der Kite schon auf 12 Uhr steht — das nimmt beim Absprung Spannung aus den Leinen.

Korrektur

Lade und poppe, solange der Kite noch vor dir steht — etwa auf 11:30, wenn du nach links fährst, oder 12:30 nach rechts —, so baust du die Leinenspannung für den explosiven Zug nach oben auf.

Fehler

Du lässt die Bar instinktiv raus, je höher du kommst, und der Sprung stirbt früh ab.

Korrektur

Zieh die Bar sofort nach dem Pop ganz ran und halte sie den ganzen Steigflug über drin.

Fehler

Du lässt die Bar rangezogen, während du beim Load nach Luv carvst — das zieht dich nach Lee und killt die Leinenspannung.

Korrektur

Schieb die Bar beim Carven raus, damit der Kite weiter an den Windfensterrand wandert und du noch härter nach Luv ankanten kannst.

Fehler

Du verlierst die Kante vor dem Absprung: Kite zu tief gestartet, zu viel Speed, Blick zum Kite, zu sanft gesendet oder der Versuch, mit dem Kite hochzuspringen.

Korrektur

Übertreib die Haltung (vorderes Bein fast gestreckt, hinteres Bein gebeugt, Hintern tief), sende den Kite aggressiv, schau weiter nach Luv und halte dagegen, statt zu springen.

Fehler

Du fährst nach Lee an deinem Kite vorbei, statt nach oben zu gehen — der Kite kann dabei sogar vom Himmel fallen.

Korrektur

Geh zurück zum Load & Pop: Üb, auch ohne Kite in die Luft zu kommen.

Fehler

Du kommst in die Luft, fällst bei der Landung aber ins Wasser — sehr wahrscheinlich, weil der Kite nicht nach vorn umgelenkt wurde.

Korrektur

Üb, mehr Druck auf die vordere Hand zu geben, damit der Kite nach vorn kommt und du wegfahren kannst.

Wenn es schiefgeht

  • Versuch bei den ersten Sprüngen gar nichts da oben: Wenn du in die Luft kommst, den Kite wieder über dich bekommst und dann sanft ins Wasser runterkommst, hast du die schwere Arbeit schon geschafft.
  • Nutz die „Helikopter-Landung“ als Standard für den Anfang: Park den Kite auf 12 Uhr direkt über dir und lass dich langsam von ihm absetzen, wie ein Helikopter, der runterschwebt. Kein Umlenken und kein Timing-Stress; du wirst nicht nach vorn gezogen, Landungen auf dem Po oder sanfte Platscher sind völlig okay, und das baut Vertrauen auf, bevor du fortgeschrittenere Landungen angehst.

Lern das mit einem Coach, nicht von einer Seite

Dieser Guide erklärt, was der Move ist und woran Rider scheitern, damit du mit einem klaren Plan an den Spot kommst. Er kann deinen Kite nicht beobachten, die kommende Böe nicht lesen und dich nicht davon abhalten, etwas zu ziehen, für das du noch nicht bereit bist — ein Coach oder Instructor kann das.

Zertifizierte Schule finden

Bildungsreferenz, keine Ausbildung. Kitesurfen ist ein Risikosport: Die Schritte hier geben wieder, was benannte Schulen, Instructor und Technik-Bibliotheken lehren, und die Seite listet genau diese Quellen — echte Bedingungen bringen aber Wind, Böen, Wasserzustand, Verkehr und Materialverhalten mit, die kein geschriebener Guide abbildet. Schulen lehren zudem berechtigte Varianten; wo unsere Quellen sich widersprechen, sagt die Seite das, statt eine Version zu wählen. Schätz deine eigene Bereitschaft ein, nutz die Sicherheitssysteme an deinem Kite und zieh keinen Move, nur weil eine Seite ihn machbar klingen lässt. KitesurfingOfficial übernimmt keine Haftung für die Nutzung dieser Informationen auf dem Wasser.

Fragen aus der Praxis

Wie lange dauert es bis zum ersten gestandenen Sprung?+

Mit Unterricht und gezieltem Üben stehen viele Fahrer ihren ersten kontrollierten Sprung innerhalb von 2–3 Sessions. Deine ersten Boosts heben dich vielleicht nur 30–60 cm aus dem Wasser — arbeite dich von kleinen Hüpfern hoch.

Muss ich stark oder aggressiv sein, um zu springen?+

Nein — Timing und Technik zählen mehr als Kraft oder Aggressivität. Die meisten Fahrer, die beim Springen hängen, haben schlicht nie richtig laden gelernt: Geh vor der Kite-Kontrolle noch mal zurück zu Kantenkontrolle und Boarddruck. Um rohe Power geht es dabei nicht.

Soll ich versuchen, mit den Beinen vom Wasser abzuspringen?+

Nein. Du sollst nicht aktiv vom Wasser abspringen, sondern mit voller Kraft auf der Kante dagegenhalten, nach Luv schauen und die Power eng am Körper halten, bis der Kite gewinnt und dich hochzieht.

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Quellen

Jeder Schritt auf dieser Seite ist auf die Quellen unten zurückführbar. Wo sie sich widersprechen oder schweigen, sagt die Seite das, statt zu raten.